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LK Geschichte wühlt sich durchs Oestrich-Winkeler Stadtarchiv PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wiesbadener Kurier   
Montag, den 05. Juni 2017 um 20:22 Uhr

Die Weimarer Republik zählt zum Pflichtprogramm in der Oberstufe. Was in dieser Zeit in Deutschland so los war, lernt jeder Schüler. Der Leistungskurs Geschichte des Rheingaugymnasiums von Gerhard Honekamp nähert sich dem Thema mal auf eine ganz andere Weise. Mit Hilfe des Oestrich-Winkeler Stadtarchivars Jürgen Eisenbach erforschen die jungen Damen und Herren, die nächstes Jahr Abitur machen, was in Oestrich-Winkel in dieser Zeit so los war. Beim ersten Treffen im Stadtarchiv in der Rieslingstraße in Mittelheim verrät Eisenbach schon mal so viel: Inflation, Wohnungsnot, hohe Arbeitslosigkeit und vieles andere, was mit der Weimarer Republik verbunden wird, findet sich auch in den Dokumenten, die der Stadtarchivar für die Schüler schon mal zusammengetragen hat. Rechnungsbücher zum Beispiel, eine Postzustellung für vier Millionen Reichsmark oder den Fall eines Lehrers, der gar nicht damit einverstanden ist, dass in seiner Schule eine Familie einquartiert wird.Pressegeist

Schüler bilden sechs Arbeitsteams
In sechs Arbeitsteams mit jeweils einem Schwerpunkt wollen sich die zwölf Schüler nun durch die Aktenberge wühlen. Ihre Ergebnisse werden sie in einer Ausstellung präsentieren. Aber bis dahin werden wohl noch viele Seiten Papier umgeblättert. Eisenbach, der einzige hauptamtliche Stadtarchivar im Rheingau, allerdings nur mit einer halben Stelle, hat schon mal eine Vorauswahl getroffen. „Das ist aber noch viel zu viel, da muss noch gesiebt werden“, weiß er. Bei der Vorbereitung einer Ausstellung sei es die große Kunst, sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Den ersten Tag hat Lehrer Honekamp deshalb auch erst mal zum Sichten angesetzt. „Was ziehen wir in die engere Wahl, was können wir leihweise mitnehmen, sind die Fragen, die zuallererst zu klären sind“, sagt er. Die eigentliche Arbeit mit dem Material will er in die Schule verlegen, wo mehr Platz ist als in Eisenbachs Archiv, in dem jede Ablagemöglichkeit genutzt wird, auch die Fensterbänke. Aber spätestens wenn die Schüler die handschriftlichen Aufzeichnungen, die es auch gibt, nicht entziffern können, wird er wieder gefragt sein, ist sich Eisenbach sicher.

Der erste Stadtrat Werner Fladung hat das Schulprojekt angeleiert. Hintergrund war ein von der Stadtverordnetenversammlung beschlossener Antrag der Grünen, das Stadtarchiv der Öffentlichkeit mehr zu öffnen. Ein Anliegen, das auch Fladung am Herzen liegt. Ihm schwebt ein Arbeitskreis von interessierten Bürgern vor, die sich regelmäßig im Stadtarchiv treffen.

In absehbarer Zeit steht dem Stadtarchivar allerdings erst einmal der vierte Umzug bevor. Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Angedacht sei aber, das Stadtarchiv, das wegen der Erweiterung der Kita ausziehen muss, bei den Maltesern in Winkel unterzubringen, gemeinsam mit den Akten des Verwaltungsarchivs. Der Stadtarchivar ist mäßig begeistert. „Ein Umzug“, sagt er, „wirkt immer Jahre nach.“ Dafür habe er in Zukunft aber mehr Platz, tröstet Fladung.

Wiesbadener Kurier vom 2.6.2017

 
Fotokünstler widmen sich dem Thema Vielfältigkeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wiesbadener Tagblatt   
Montag, den 29. Mai 2017 um 04:32 Uhr

„Ohne das Fremde kann der Mensch nicht leben“, und „Ich ist ein anderer“. Beide Aussagen stammen von zwei unterschiedlichen Menschen: dem Anthropologen Christoph Wulf und dem Dichter Arthur Rimbaud. Ihre Aussagen spiegeln sich in den künstlerischen Praxisarbeiten aus dem Bereich Fotografie wieder, die die Schülerinnen und Schüler der Kunst-Grundkurse und des Leistungskurses Q2 der Rheingauschule bei ihrer Vernissage vorstellten.Pressegeist

Die zweite Veranstaltung der Reihe „KunstRAUM“ widmete sich ganz dem großen Thema „Vielfalt“. Mit Unterstützung ihrer Lehrer Melissa Kissel, Juliane Dörr und Boris Sobotta hatten sich die jungen Fotokünstler während des zweiten Schulhalbjahres dem Thema in all seinen unterschiedlichen Facetten genähert.

Performence-Künstlerin Mareike Buchmann dabei
Vielfalt ist heute in immer mehr Bereichen präsent und fordert einen toleranten Umgang mit ihr. Dabei gingen die Schüler von unterschiedlichen Seiten an das Thema heran und beleuchteten Merkmale wie Sprache, Religion, Hautfarbe, Herkunftskultur oder sexuelle Orientierung durch die Linse ihrer Kamera.

Neben fast hundert Bildbetrachtungen, die sich im Flur und im umgewandelten Kunstraum „White Cube“ den Besuchern eröffneten, setzte sich auch die Wiesbadener Performence-Künstlerin Mareike Buchmann in ihrem darstellerischen Kunstprojekt mit dem Thema auseinander. Vervollständigt wurde der Abend durch vielfältige Beiträge aus der Lateinfachschaft, aus der Perspektive der Biologie und schließlich durch die Thematisierung der sexuellen Vielfalt von Schülern des achten Jahrgangs.

„Die Unesco vertritt die Haltung – Vielfalt ist Reichtum“, betonte Melissa Kissel bei ihrer Begrüßung. Doch die Haltung gegenüber Vielfalt schwanke in der Gesellschaft zwischen zwei Polen: Bereicherung, der man mit Offenheit begegne, und Bedrohung, vor der man sich abschotte und abgrenze. „Schule steht hier im Auftrag der interkulturellen Bildung – eine Bildung, die Vielfalt schätzt und hilft, durch sie Potenziale zu entfalten.“ Dass die Schüler in der Auseinandersetzung mit dem Thema und im Umgang mit ihren Kunstwerken vielschichtige Erfahrungen mit dem Fremden machten, zeigte die Präsentation einiger Fotografien, von Schülerseite vorgestellt.

Zerrissenheit des dritten Geschlechts zeigen
Jenny H. Le beschäftigte sich auf ihrem Bild „Was nun?“ mit der Intersexualität, insbesondere mit der Zerrissenheit der Menschen dritten Geschlechtes. „Ich habe mich vorher nie damit befasst und habe jetzt aufrichtigen Respekt vor diesen Menschen erlangt, die diesem Druck in der Gesellschaft standhalten“, resümierte die Schülerin. Habib Hafiz stellte sich selbst in vielen Figuren dar – auf seinem Foto „Mr. Vielfalt“. „Ich will die Kulturen zeigen, die in mir leben, meine Religion, ich sehe mich als Sportler, im Straßenlook und chic im Anzug. All dies bin ich und noch vieles mehr.“


WERKE
Das Mädchen vor der Schönheits-OP thematisiert Eva Peisker unter dem Titel „Vielfalt erwünscht“.

„Gemeinsam groß werden“ von Niklas Lüttich zeigt zwei Kinder Hand in Hand, eines gesund und eines mit Behinderung.

„Einfacher Überfluss – einfach überflüssig“ von Franziska Fürstenberg macht aufmerksam auf die Überfülle der Nahrungsangebote in Supermarktregalen.

Wiesbadener Tagblatt vom 24.5.2017

 
Rheingauschule bekommt ein Stück Herzblut zurück PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rheingau Echo   
Freitag, den 17. März 2017 um 09:27 Uhr

Thomas Fischer kehrt sieben Jahre nach seinem Abschied nach Griechenland als neuer Schulleiter zurück.

Ein Stück Herzblut hat die Rheingauschule verloren“, hieß es mit Beendigung des Schuljahres 2010, denn damals wurde der langjährige stellvertretende Schulleiter Thomas Fischer nach Griechenland als Schulleiter an einer dortigen deutschen Schule in Athen verabschiedet. Jetzt bekommt das älteste Gymnasium sein „Stück Herzblut“ zurück: Thomas Fischer ist der neue Schulleiter der Rheingauschule und trat zum zweiten Halbjahr jetzt die Nachfolge von Karlheinz Drollinger an. Drollinger war zum Ende des letzten Schuljahres in den wohlverdienten Ruhestand entlassen worden, danach hatte Lars Jügler als kommissarischer Schulleiter die Geschicke der Schule mit fast 1000 Schülern mit Bravur gelenkt. Jetzt beginnt die Ära Fischer und das bedeutet für die Rheingauschule, das viel Erfahrung und beste Kenntnis eingebracht werden.

Thomas Fischer wurde am 23.Juli 1958 in Bad Homburg v.d.H. geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder, die beide an der Rheingauschule ihr Abitur absolvierten. Seine Schulbildung an der Grundschule in Bad Homburg und Rodheim v.d.H. und am Augustinergymnasium in Friedberg beendete er 1978 mit dem Abitur, danach folgte der Wehrdienst und Zivildienst. 1979 begann er ein Studium der Mathematik und Physik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/M. Ab 1986 begann er seine Lehrtätigkeit in Mathematik und Englisch an der Eisenbahnfachschule in Frankfurt/M., Prüfer für Mathematik im Fachabitur und arbeitete als freiberuflicher Mitarbeiter der Firma „adolphtrainig-GmbH“. Hier war er Assistent bei der Durchführung von Rhetorikseminaren in verschiedenen Großunternehmen wie Daimler-Benz, Henkel, Hoechst-AG und Shell. Es folgte das 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und danach zunächst eine Tätigkeit im Rechenzentrum der Dresdner Bank bevor er 1987 Referendar am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium in Frankfurt wurde und das 2. Staatsexamen absolvierte. Fischer wurde Lehrer im Angestelltenverhältnis am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel, interessierte sich aber schon damals für Auslandslehrertätigkeit und nahm an einem Vorbereitungskurs an der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung (DSE) in Bad Honnef teil. Dann ging es 1989 zum ersten Mal als Lehrer ins Ausland: An der Fletcher–High-School in Zimbabwe lehrte er im Rahmen der vom BMZ geförderten Entwicklungszusammenarbeit Mathematik- und Physik in der Unterrichtsprache Englisch zur Vorbereitung auf den Cambridge-International-A-Level-Abschluss. 1991 kam Fischer zurück an das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und ans Oberstufengymnasium Carl-von-Ossietzky-Schule in Wiesbaden. Es folgte die Ernennung zum Studienrat und von 1994 bis 2000 ein weiterer Auslandsdienst als Lehrkraft an der Deutschen Schule in Ecuador. Dann kam der Oberstudienrat an die Rheingauschule. Er wurde hier mit der Wahrnehmung der Dienstobliegenheiten eines Studiendirektors als ständiger Vertreter des Leiters eines voll ausgebauten Gymnasiums betraut und zum Studiendirektor befördert. Thomas Fischer wirkte an der Rheingauschule als Tutor-, Klassenlehrer-, Fachlehrertätigkeiten in allen Stufen und arbeitete bei der Planung von pädagogischen Tagen, in der Steuergruppe, Schulprogrammgruppe, der wöchentlichen KOOP-Sitzung, der Jahresplanung, UV-Planung, Stundenplanung, Vertretungsplanung, Klausurplanung, Prüfungsplanung, Finanzplanung, Bauplanung, Leitung der Finanzkonferenz mit. Er übernahm Beratungsgespräche, Elterngespräche, Gespräche mit Vertretern des Schulelternbeirats, des Personalrats, Mitgliedern der Schülervertretung und wirkte bei der Personalplanung, bei Bewerbergesprächen, Mitarbeitergesprächen, Unterrichtsbesuchen und Stundenbesprechungen und der der Erstellung von Leistungsbeurteilungen mit. 

2010 dann ging Thomas Fischer als Schulleiter an die Deutsche Schule nach Athen. Hier übernahm er die pädagogische und organisatorische Leitung einer Auslandsschule mit 1060 Kindern und Jugendlichen in Kindergarten, Grundschule, Sekundarstufe I und II.

„Die Deutsche Schule Athen führt jährlich zwischen 100 und 120 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Nationalität zur allgemeinen Hochschulreife und zählt zu den ältesten und angesehensten deutschen Schulen im Ausland. Die Bund-Länder-Inspektion bescheinigte ihr 2011 den Status „Exzellente deutsche Auslandsschule“, erläuterte Fischer. 

Die Schule wird aus Bundesmitteln personell und finanziell gefördert und ist ein Standbein der auswärtigen Kulturpolitik in Griechenland. Sie habe 150 Beschäftigte, davon 24 amtlich vermittelte Lehrkräfte aus Deutschland, sowie deutsche und griechische Ortskräfte. „Das Gesamtbudget der Schule beträgt 11 Millionen Euro pro Jahr, davon etwa 6 Millionen als personelle und finanzielle Zuwendung aus Deutschland.Pressegeist 

„Meilensteine der schulischen Entwicklung seit 2010 sind die Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts zur Zusammenlegung der bisher getrennten griechischen und deutschen Abteilungen zu einer integrierten Begegnungsschule, die Einführung der einheitlichen Abschlussprüfung Deutsches Internationales Abitur, die Hinführung zu modernen Konzepten der Unterrichtsentwicklung und die Verbesserung der Infrastruktur der Schule durch verschiedene Bau- und Sanierungsprojekte im Umfang von 7 Millionen Euro, sowie die Professionalisierung des Marketings der Schule die Entwicklung eines Inklusionskonzepts für die Schule“, so Fischer. Durch die gemeinsame Anstrengung der Schulgemeinde habe die Deutsche Schule Athen trotz der Krise Griechenlands in den vergangenen Jahren zulegen können. Die meisten Absolventen würden ein Studium in Deutschland anstreben, die Studierfähigkeit der Schulabgänger sei überdurchschnittlich.

Jetzt kommt Fischer nach sieben Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Wer hätte gedacht, dass unsere Hilfe für das angeschlagene Griechenland über die bereits vereinbarten Kredite und Bürgschaften soweit geht, dass unser Land auch noch seine besten Lehrer exportiert“, scherzte Vorgänger Karl Heinz Drollinger einst beim Abschied für seinen damaligen Stellvertreter Thomas Fischer. Er hinterließ eine Lücke, denn schon damals hatte sich Fischers Arbeit an der Rheingauschule durch „Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Vertraulichkeit ausgezeichnet“. Er unterrichtete zehn Jahren an der Rheingauschule die Fä-cher Mathematik und Physik „mit sehr großem Erfolg; fachkompetent und schülerorientiert“, wie Drollinger bescheinigte. 2003 hatte er die Funktion des Stellvertreters eingenommen und habe sich „äußerst rasch“ in das umfangreiche Tätigkeitsgebiet eingearbeitet: „Mit hervorragender Kompetenz und Souveränität hat Thomas Fischer sämtliche anfallenden Arbeiten wahrgenommen und zahlreiche administrative Aufgaben übernommen“. In der Unterrichtsplanung, der Gestaltung des Stundenplans, dem Abiturprüfungsplan, der gesamten Statistik oder baulichen Gestaltung des Außengeländes sowie in die Sanierung des Innenausbaus hatte er sich eingebracht und hat deshalb jetzt beste Voraussetzungen als neuer Schulleiter. An der Umgestaltung des Westgebäudes mit der Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume und dem Bau der Mensa, die Sanierung des 2. Obergeschosses im Altbau und der Neugestaltung des Campusgeländes wirkte Fischer mit, jetzt darf er auch als neuer Schulleiter die „Früchte ernten“. Und auch eine ausgezeichnete Zusammenarbeit des Studiendirektors mit der erweiterten Schulleitung, dem Kollegium, dem Sekretariat, den Hausmeistern und den außerschulischen Gremien wie Kreis, Schulamt und Nachbarschulen wird nun fortgesetzt. „Wir haben gemeinsam die mit der Entstehung der Oberstufe in Eltville verbundenen Probleme zu meistern gewusst. Die Kooperation mit St. Ursula auf solide Basis gestellt und sogar einzelne kleine Erweiterungen erreicht“, bescheinigte der ausgeschiedene Schulleiter seinem Nachfolger. Besondere Stärken von Thomas Fischer sind seine Vertraulichkeit, Loyalität und sein fachmännischer Rat.

Rheingau Echo vom 23.2.2017

 
Thomas Fischer übernimmt Leitung des Rheingaugymnasiums PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wiesbadener Kurier   
Sonntag, den 05. März 2017 um 20:17 Uhr

Thomas Fischer hat einen anderen Blick auf das deutsche Schulsystem als viele seiner Kollegen und viele Eltern. Er hat gerade die Schulleiterposition gewechselt, von der Deutschen Schule in Athen zurück zur Rheingauschule in Geisenheim, wo er schon von 2000 bis 2010 unterrichtet hatte und zuletzt Stellvertreter von Karl-Heinz Drollinger war. Das Rheingaugymnasium sei im Schulamtsbezirk Wiesbaden-/Rheingau-Taunus die letzte G8-Schule, sagt Fischer. Er verweist darauf, dass alle deutschen Auslandsschulen bei einer achtjährigen Gymnasialzeit bleiben, weil die Bildungssysteme weltweit auf zwölf statt 13 Jahre wie in Deutschland ausgerichtet seien.Pressegeist

Direktor mit jeder Menge Auslandserfahrung
Oberstudiendirektoren an der Rheingauschule waren bisher in der Regel Philologen. Thomas Fischer, in Bad Homburg geboren und 58 Jahre alt, unterrichtet Mathematik und Physik, spricht Englisch und Spanisch und hat schon viele Erfahrungen im Ausland gesammelt. Beeindruckt ist er immer noch von seiner Lehrtätigkeit in Zimbabwe, wo Bildung der einzige Schlüssel sei, um aus der Armut herauszukommen. In Ecuador war er in Quito mit Schulbauplanungen befasst, in Athen hat er „viel Geld verbaut“.

Eine Arbeitsgruppe befasst sich gegenwärtig damit, ob die Rheingauschule wieder zu G9 zurückkehren soll. Das wird frühestens zum Schuljahr 2018/19 möglich sein. Fischer macht kein Hehl daraus, dass er sich in dieser „emotional stark belasteten Frage“ für G8 entscheiden würde. Sein Eindruck ist aber, dass die Zustimmung bröckelt, obwohl die Rheingauschule ein sehr gutes G8-Konzept praktiziere. Das Doppelstunden-Modell bringe Ruhe in den Unterricht. Der Nachmittagsunterricht sei begrenzt und gut organisiert. Der Schulleiter ist davon überzeugt, dass ein durchschnittlich begabter Schüler nicht damit
überfordert ist. Den einzigen Nachteil sieht er darin, dass die Abiturienten eigentlich zu jung seien, um an die Uni zu gehen. Deshalb spricht er sich für einen Auslandsaufenthalt während der Schulzeit oder einen Freiwilligendienst nach dem Abi aus.

Als Thomas Fischer nach sieben Jahren nach Geisenheim zurückkehrte, begegnete er einem stark verjüngten Kollegium. Die Schule sei sehr erfolgreich bei Wettbewerbsteilnahmen, hat er festgestellt, insbesondere auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Er schätzt den „freien Geist“ an der Schule, an der gegenwärtig rund 860 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Das Gymnasium sei „keine ideologisch vorgeprägte Schule“, stehe in der Tradition von Humanismus und Aufklärung und sei der Moderne verpflichtet. „Das gefällt mir gut.“ Sehr gut habe sich die Schulsozialarbeit bewährt, für die er dem Rheingau-Taunus-Kreis großes Lob zollt.

Sanierungsplan ab 2018
Auch in Geisenheim wird sich Fischer demnächst wieder mit Bauplanungen befassen müssen. Dass der Kreis seine Schulen in gutem Zustand halte, sei eine kluge Politik. Ab 2018 steht ein Sanierungsplan auf dem Programm, der den Umbau der Chemieräume, die Modernisierung des Medienbereichs und Ausstattung der Klassenräume mit digitalen Medien sowie die Umgestaltung des Verwaltungsbereichs umfasst. Auch wenn die Schülerzahlen künftig zurückgehen sollten, habe das Gymnasium eine gute Zukunft, so der Schulleiter. Bisher waren die Eingangsklassen in der Regel vierzügig. Aber
auch mit einer Dreizügigkeit könne die Schule gut leben.

Wiesbadener Kurier vom 4.3.2017

 
Information, Spannung und Spaß in Klassenräumen und Fluren PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wiesbadener Tagblatt   
Montag, den 13. Februar 2017 um 16:49 Uhr

Wie geht es weiter nach der Grundschule? Diese Frage stellen sich derzeit viele Eltern, die mit ihrem und für ihr Kind auf der Suche sind nach der geeigneten weiterführenden Bildungseinrichtung. Beim Tag der offenen Tür bot die Rheingauschule angehenden Fünftklässlern und deren Eltern die Gelegenheit, das Geisenheimer Gymnasium unter die Lupe zu nehmen. Auch Schulwechsler der zehnten Klassen der Realschule hatten mit ihren Eltern die Möglichkeit, die Schule näher kennenzulernen.Pressegeist

Schulleiter freut sich auf pfiffige Schüler
Zum Auftakt der Rundgänge begrüßte der neue Schulleiter Thomas Fischer die Gäste mit der Frage: „Wohin?“ Auch er sei erst seit vier Tagen an der Schule und habe sich ebenfalls die Frage gestellt, als er nach sechs Jahren als Schulleiter an der Deutschen Schule Athen wieder zurück nach Hessens gekommen sei. „Meine Antwort war klar: An die Rheingauschule, denn sie ist eine besondere Schule!“ Er freue sich auf viele neugierige, pfiffige Schüler, für die Lernen nicht nur eine Last sei, sondern auch Lust bedeute.

Thomas Fischer kennt die Rheingauschule, war er doch vor seinem Griechenlandeinsatz zehn Jahre als stellvertretender Schulleiter vor Ort tätig. Fischer hob unter anderem das breite Angebot an Fremdsprachen, die Nachmittagsbetreuung, die erst kürzlich preisgekrönte Schulsozialarbeit und die bewährte Organisation von G8 hervor. Gerade in den sogenannten „postfaktischen Zeiten“ in der Ära von „fake news“ und „spin doctors“, in einer Phase der Zweifel an den europäischen Idealen sei ideologiefreie Bildung, die sich an Fakten und nicht an Stimmungen orientiere, essenziell. „Wir freuen uns auf euch, fragt den Lehrern heute Löcher in die Bäuche und kommt zum Schnupperunterricht.“ Information, Spannung und Spaß gab es reichlich, in den Klassenräumen und auf den Fluren. Nicht nur Lehrer standen Rede und Antwort, auch die Schüler zeigten, was sie im Unterricht lernen. Simon und Timo aus der 8 a informierten über ihr Kalifornien-Projekt und schwärmten von ihrer Schule. „Wegen des großen Musikangebotes bin ich in der 5. Klasse hergekommen“, sagt Timo. Dann hätten ihn aber auch die Naturwissenschaften hier gepackt, vor allem „Jugend forscht“ sei spannend. „Man wird hier gut gefördert und die Lehrer sind sehr offen“, lobt auch Simon. Marion Schneider dreht mit Sohn Valentin die Runde und möchte auch noch andere Schulen besuchen. „Sein Bruder Leonard ist schon hier, aber Valentin soll sich frei entscheiden können, wo es ihm gefällt.“ Bei vielen Eltern spielt der Wohlfühlcharakter eine große Rolle. Einen großen Zulauf gäbe es auch durch das attraktive Fremdsprachenangebot, vermittelt Lehrerin Martina Sachs-Bockelmann: „Neben Französisch und Latein bieten wir Spanisch ab der 6. Klasse an und wer von der Realschule zu uns wechselt, kann als Spanisch-Neubeginner in die Sprache einsteigen.“

Wiesbadener Tagblatt vom 13.2.2017

 
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