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G8 an der Rheingauschule PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Karl-Heinz Drollinger   
Dienstag, den 25. November 2014 um 17:34 Uhr

pdf-icon   Stundenpläne (Muster) der Jahrgangsstufen 5 - 9 ab 2015/16

G8In einer Gesamtkonferenz am 2. Juli 2014 hat das Kollegium der Rheingauschule Geisenheim über G8 oder G9 für die nächsten Jahre entschieden. Eine Arbeitsgruppe von Lehrkräften hatte über Wochen Informationen und Argumente für G8 wie auch für G9 gesammelt, so dass auf einer breiten Informationsbasis debattiert werden konnte. Lehrkräfte, Schulleitung und Vertreter des Schulelternbeirats tauschten ihre Argumente zum Für und Wider von G8/G9 aus.

In der anschließenden Abstimmung des Kollegiums sprach sich eine deutliche Mehrheit von über zwei Drittel für den Verbleib bei G8 aus.

Folgende Gründe sprechen für den Verbleib bei G8:

  1. Die erhöhte Stundenzuweisung im Rahmen von G8 in den Jahrgangsstufen 5-9 ist die Basis und Voraussetzung für den Erhalt bzw. den Ausbau der (freiwilligen) Nachmittagsbetreuung, die künftig seitens unserer Gesellschaft immer stärker gefordert wird.
    Dies betrifft in besonderer Weise auch die zusätzlich geplante Einrichtung einer Ganztagsklasse für die Jahrgänge 5 und 6.

Stundenzuweisung / Klasse

G8

G9

5

32

28,7

6

33,7

29,7

7

35,3

32,3

8

37,3

32

9

37,7

34

10

-

34

  1. Aufgrund der im Rheingau bereits ausgebauten G9 Strukturen in den beiden anderen Gymnasien und der geplanten Gesamtschule sowie den zwei bzw. drei vorhandenen Realschulen bietet G8 an der Rheingauschule für Schüler und Eltern ein ergänzendes Angebot und eine echte Alternative.

  1. G8, der etwas schnellere Weg zum Abitur, spricht insbesondere leistungsstarke Schüler im gesamten Rheingau an.

  1. G8, gut umgesetzt wie an der Rheingauschule (Blockstunden, Entschlackung der Lehrpläne, Reduzierung der Hausaufgaben und des Nachmittagsunterrichtes – kein Nachmittagsunterricht in der Klasse 5 und maximal zweimal Nachmittagsunterricht in den Jg. 6 bis 9 - , Einbeziehung der AGs in den Pflichtunterricht), kann ohne nennenswerte Schwierigkeiten von gymnasial geeigneten Schülern bewältigt werden.
    Sowohl bei Lehrern, Eltern und Schülern begegnet uns immer wieder eine hohe Zufriedenheit mit der Rheingauschule (siehe auch das Protokoll der letzten Schulelternbeiratssitzung vom 13. Mai 2014 und das Interview mit PISA-Studien-Leiter Manfred Prenzel link-icon „Gute Schulen bekommen G8 gut hin“ im “Stern“ vom 27.03.2014).

  1. Erste Untersuchungen und Ergebnisse national, regional und an der Rheingauschule zeigen, dass G8 Schüler keine besonderen Defizite aufweisen. Im Gegenteil: Hohe Leistungsanforderungen führen zu besseren Ergebnissen.

Nutzung elektronischer Medien
Eine Studie belegt (Jim-Studie, 2012), „dass Gymnasiasten durchschnittlich 96 Minuten mit Fernsehen, 124 Minuten im Internet und unter der Woche 70 Minuten mit Computer-Konsolen und Videospielen, insgesamt also täglich rund 5 Stunden“ verbringen. Vor diesem Hintergrund ist das Argument nicht überzeugend, G8 ließe keinen Raum für Freizeitbeschäftigungen. (Quelle: Mitteilung des HKM)

Freizeitverhalten/G8-Studie des Landessportbundes

Zwei unabhängige Studien des Landessportbundes Hessen in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend haben ergeben, dass G8-Schüler trotz begrenzter Zeiträume „ihr Sporttreiben und ihre Freizeit zielstrebiger, leistungsorientierter und organisierter ausüben als ihre G9-Mitschülerinnen und Mitschüler.“ (Quelle: Mitteilung des HKM)

  1. Schüler in G8 verlieren kein Jahr ihrer Kindheit/Jugend, sondern sie gewinnen ein Jahr, das sie unterschiedlich nutzen können (Auslandsaufenthalte, soziales Jahr, Sprachkurse, Berufspraktika, Wiederholung eines Schuljahres, freiwillige Wiederholung) und sie im Konkurrenzkampf mit Gleichaltrigen aus dem europäischem Ausland und den neuen Bundesländer (alle G8) gleichstellt.

  1. Die Befürchtung, G8 führe zu einer starken Reduzierung der Schülerzahl und gefährde die Rheingauschule, ist unbegründet. Aufgrund des starken Zulaufs in der Oberstufe (Zugang von ca. 30-40 Realschülern jährlich) sowie der gesicherten Kooperation mit der Nachbarschule ist eine ausreichende Schülerbasis für eine gymnasiale Oberstufe gegeben. Die Rheingauschule kann sich ohne Probleme durchaus eine Dreizügigkeit in der Mittelstufe erlauben. Hier liegt ein deutlicher Vorteil gegenüber anderen Gymnasien.

  1. Die Mensa der Rheingauschule mit ihrem Team und eigenem Koch würde bei einer Rückkehr zu G9 keine wirtschaftliche Auslastung erfahren und zu einem Pausenkiosk reduziert. Die Mensa ist ausdrücklich für Schulen mit Ganztagsbetrieb ausgerichtet.

  1. Die Umstellung zu G9 hätte in fünf Jahren zur Folge, dass ein Jahr lang keine E-Klasse eingerichtet würde. Schüler der Realschule könnten nicht wie bisher zur Rheingauschule wechseln und würden andere Schulen wählen.
    Eine Folge der neuen Schulwahl könnte sein, dass die nachfolgenden Jahrgänge der Realschüler den Zugang zur Rheingauschule verlieren, da ihre Geschwister, Freunde oder Bekannte auf einer anderen Schule sind.

  1. Dass die RGS mit der bisherigen Beibehaltung und Weiterentwicklung von G8 nicht so falsch liegt, beweist auch der Appell an die Kultusministerkonferenz, den die renommiertesten Schul- und Bildungswissenschaftler unseres Landes verfassten, unbedingt bei G8 zu bleiben, um Deutschland vor einer föderalen Zersplitterung zu bewahren
    (link-icon siehe “Die Zeit“ v. 12. Juni 2014 “Glaubenskrieg um vier Stunden“).

  1. Sicherung des Schulbestandes
    Die Rheingauschule ist laut Schulentwicklungsplan maximal auf eine Fünfzügigkeit (5 Eingangsklassen) festgelegt. Das Gymnasium Eltville entsprechend vierzügig (max. 120 Schüler) und die St. Ursula Schule hat in der Regel eine Aufnahmekapazität von drei Klassen. Da die Jahrgangsbreite trotz sinkender Schülerzahlen zwischen 280-300 Schüler im Rheingau beträgt, die auf das Gymnasium wechseln, werden in den nächsten Jahren genügend Schüler die Rheingauschule besuchen.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. November 2014 um 21:13 Uhr