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Rund um die Schule
Zwischenmenschliche Problem- und Harmoniezonen „Life is live“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Melissa Kissel   
Montag, den 18. September 2017 um 17:28 Uhr

Die zur Zeit aus 38 Schülerinnen und Schülern zusammengesetzte Theatergruppe „Peripetia“ der Rheingauschule, unter der Leitung von Timo Schweigert und Marvin Kilian, hat das selbstgeschriebene Stück „Life is live“ an drei Abenden Anfang September 2017 erfolgreich aufgeführt. Die Reaktionen waren vor allem Begeisterung, Amüsement und Respekt für die Leistung.

Emely, die im zweiten Teil eine vornehmlich zickige Frau Schmidd spielt, berichtet von der Entstehung des Stücks: „Die Theatergruppe hat sich zu Beginn des Projekts getroffen, zusammengesetzt und ihre Ideen für das neu geplante Stück in den Raum geworfen; So entstanden Themenfelder, es wurden Situationen erdacht, Rollenporträts geschrieben und Dialoge notiert. Unter der Regie von Marvin Kilian und Timo Schweigert wurde alles dann zu einem Theaterstück verbunden, das aus dem Leben erzählt“ - und –trotz zahlreicher Kürzungen- fast 3 Stunden dauerte.

Doch was meint DAS LEBEN in „Life is live“? In dem Stück geht es um Einblicke ins Familienleben, um „Geschichten, die das Leben schreibt“, so sagt es der Untertitel. Und dabei vor allem um missglückende und problembehaftete Zweierbeziehungen. Als das Spiel nach einem Filmintro, in dem sich die Gruppe vorstellt, beginnt, sehen wir in den Querschnitt eines zweistöckig bespielbaren Hauses, das zwei symmetrisch angelegte Wohnungen beherbergt. In der linken wohnt Familie Schimanski, eine Familie mit Mutter Sabine (Sarah Sadr) und Vater Nobert (John Solger) sowie den Kindern Falko (Daphne Gehrmann) und Jeannette (Johanna Abt). Wir sind im Jahr 1985. Wie so oft im Leben rückt, neben einer Menge an Alltagsdialogen, die fad gewordene Liebe der Eheleute in den Blick. Herr Schimanski lässt sich dann recht schnell mit der nebenan neu eingezogenen und frisch geschiedenen Rosi Hübsch (Laura Sander) auf eine Affäre ein. Flirtszenen, Lügen, eine Flasche Wein, schnelle Verführung, John gibt auf der Bühne alles. Die Ehefrau merkt’s sofort, schmeißt den Ehemann raus und schafft sich mit Arobic –hier sind die Szenen wirklich amüsant- einen Revengebody, den neu geformten Körper, der den eigenen Marktwert wieder steigert und Genugtuung bietet, wenn es den Ex womöglich eifersüchtig macht. Zu Ehe, Betrug und Alltag gesellt sich im Verlauf des ersten Teils die neu entdeckte und vorsichtig gelebte Homosexualität der Tochter sowie die zu Ende gehende Beziehung von Falko, dem Sohn und seiner Mandy (Mila Schroll). Das Neue, der Neue oder die Neue scheinen am Ende auf jeden Fall erstrebenswert. Von den emotionalen Tiefphasen der Protagonisten erfährt man an einem etwas vorgelagerten Spielort: der Leuchtturm links schräg vor der Bühne bietet Schutz und Trost, da dort der Vater von Sabine lebt, der, der das Haus der Schimanskis mal gebaut hat. Der Leuchtturm wird zur Heimat für alle mitgenommenen Seelen. Hier wird der durch die zu vielen Problemzonen überdrehte Alltag im Haus verlangsamt und das Tempo, auch im Sinne des Sprechtempos, rausgenommen. Opa versteht alles, trocknet Tränen und berät geduldig, fast in Zeitlupe: Wenn die Liebe gegangen ist dann geht man am besten auch weiter.

Im zweiten Teil, der 2006 spielt, wird deutlich, dass die Themen sich transgeneral weitertragen und am Ende nur die Kulisse eine andere ist: Die Musik ist nicht mehr Neue Deutsche Welle, es hängen keine Platten mehr an der Wand, Accessoires sind I-pods . Das lesbische Paar, das man aus dem ersten Teil bereits kennt (hier dann Sophie Link und Lena Thon) hat Kinder adoptiert (Saskia Scherf und Lea Heidemann), sie wohnen in der linken Wohnung, sind mit Vorurteilen und Intrigen ihrer Nachbarn konfrontiert. In der rechten Wohnung gibt es zwischen den Eltern (Sarah Di Pace und Pauline Behm) religiöse Konflikte, wenn es um die Wohnzimmerdekoration geht, aber auch dafür gibt es eine ganz praktische Lösung: Om und Kreuz in einem Wandobjekt verbunden, ganz schnell in der eigenen Werkstatt selbstgezimmert: Da das Leben nun mal so ist und auch schnell sichtlich einfache Lösungen gefunden werden können!? Es entstehen wieder Flirts und Intrigen, hier kommt die wunderbar zickig von Emely Freimuth gespielte Frau Schmidd mit Doppel-D ins Spiel und eine Verwechslungsgeschichte mit den Zwillingen Sita und Chantal (Jana Roth und Laura Alves), die von Tyler (Maxim Seth), der den Typ ganz smart und cool aussehen lässt, für ein und dieselbe gehalten werden. Überragend und erfrischend beeindruckt die akrobatische Tanzeinlage von Maxim, der Körperlichkeit auf der Bühne in bester Präsenz und Authentizität gezeigt hat.

Nach der „doctrine classique“ ist das Bühnenstück nicht aufgebaut, es sind viele Geschichten, die sich aneinanderreihen und gleichzeitig sehr viele bekannte Themen anreißen. Am Ende gesellt sich sogar noch eine Detektivgeschichte (Emma Blanvillain) um die gestohlenen I-Pods hinzu. Als das große Licht ausgeht und der Spot auf eine Urne in der Mitte fällt scheint aber eine Katastrophe - durch die schöne Lichtstimmung (Christian Born und David Eichholz) - bedächtig formuliert zu werden: Die Beerdigung des Opas steht an, man glaubt an ein Ende. Wie wird es also weitergehen in dieser Serie, wenn Opa, der für die Harmoniezonen sorgte, nicht mehr da ist? Doch das Ende des Stücks ist es nicht, denn die anschließende Heirat der beiden Frauen schafft nun eine neue Harmoniezone, ein Happy End.

Insgesamt eine herausragende Leistung der Schülerinnen und Schüler, die ihren persönlichen Blick aufs Leben offenbart, so viel Text gelernt, die ein so tolles Bühnenbild in den Osterferien an drei Tagen aufgebaut haben und am Ende noch ein Stückchen Zahn lassen mussten. Nicht zu vergessen die Musiker, die leider versteckt hinter der Bühne Musik gemacht haben (Verantwortung haben hier besonders Efraim Dahl, Tanja Bergknecht und Marco Schubbach übernommen), die vielen beteiligten Schauspieler, die hier nicht genannt wurden und ein Extralob geht an die Schüler, die auf der Bühne den Mut hatten zu singen. Nach dem Schlussapplaus der Premiere ging ein besonderer Dank von den Schülern an Ihre Regisseure: Marvin, die Stütze im Rheingau, und Timo, der „aus einem Mädchen einen Jungen gemacht hat“.

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Weitere Bilder folgen in Kürze!

 
Kunst- und Chaostrip in die Stadt der Liebe?! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sophie Link (Q1) / Melissa Kissel   
Mittwoch, den 13. September 2017 um 10:10 Uhr

Eine unvergessliche Parisfahrt vom 24. - 29. Juni 2017. 

Ein Französischkurs, zwei motivierte Lehrerinnen, ein Bus und ein gemeinsames Ziel: Für fünf Tage nach Paris.

Der Plan, bei Nacht nach Paris zu fahren, um am nächsten Tag frisch und ausgeruht Paris erkunden zu können, schien optimal. Doch dann kam der erste Anruf. Der Bus habe einen Getriebeschaden, und könne nicht wie geplant um 23 Uhr abfahren. Doch, Glück im Unglück, sei der Schaden bekannt und könne behoben werden. Der Mechaniker sollte trotz längerer Anreise kurz nach Mitternacht fertig sein. Ein erleichtertes Aufatmen ging durch den Krisenrat und die Klasse wurde telefonisch über das weitere Verfahren informiert und dazu aufgerufen, wach zu bleiben und sich bereit zu halten. Nachdem also alle informiert und beruhigt waren, erreichte den Krisenrat die nächste Hiobsbotschaft: Der Bus sei nicht zu reparieren und das Unternehmen sei nicht in der Lage einen Ersatzbus bereitzustellen. Der Schock saß tief in den Gliedern und der Krisenrat wurde erneut einberufen. Nachdem sich Fassungslosigkeit, Verwirrung und Überforderung langsam gelegt hatten, kam nach langem Grübeln und einem nicht buchbaren Zug der zündende Gedanke.

Flixbus- der Retter in der Not und unser Freund, der uns über Umwege kurzfristig doch noch nach Paris brachte. Nachdem wir also eine turbulente und lange Nacht hinter uns hatten, und seit Stunden in einem Doppeldeckerbus gesessen hatten, fieberten wir alle dem lang ersehnten Ziel entgegen. Sie ahnen es sicherlich bereits, es kam, wie es kommen musste, dieses Mal in Form eines Polizeiautos, welches kurz vor einer Raststätte an uns vorbei fuhr und dessen Insassen uns freundlich zu verstehen gaben, dass wir einen unerwarteten Zwischenstopp mit Taschenkontrolle haben sollten. Sichtlich fertig mit den Nerven räumten wir also unsere Taschen aus dem Kofferraum aus und warteten. Ebenfalls mit den Nerven am Ende zückte Frau Hagen ihren rettenden Trumpf und erläuterte dem Polizisten in klarem Französisch unsere Horrortour, bis dieser uns, leicht durch den Redeschwall überfordert, aber dennoch freundlich, erlaubte, unsere Koffer wieder einzuräumen. Nach 45 Minuten Autobahnrazzia, dem Beobachten von ebenfalls völlig entnervten und dennoch kontrollierten Fahrgästen und einer Toilettenpause, konnte es dann weitergehen.

Beim Erblicken des Pariser Fußballstadions jubelten wir auf, doch zu früh gefreut, erst der sich in die Länge ziehende Stau, dann die Kundgabe des Fahrers, er habe seine Fahrzeit bereits überschritten und müsse daher über einen kurzen Umweg, den Platz mit einem anderen Fahrer tauschen. Gesagt – Getan: Am Motel angekommen, stiegen zwei grimmig dreinschauende Busfahrer ein, und fuhren uns dann doch ohne weitere Umwege an unseren Zielbahnhof. Wir schleppten uns und unsere Koffer über Straßen, viel zu viele Treppen hinab und schließlich in die Metro. Dann endlich konnten wir gegen halb zwölf mit der Rolltreppe der Station Saint Paul an die Pariser Abendluft gelangen.Die einen völlig übermüdet, die anderen langsam wieder munter, ließen wir uns in unsere Betten der Mije fallen, und schliefen alle nach und nach ein, denn am nächsten Tag erwartete uns das Sightseeing- Programm quer durch Paris.

Der nächste Morgen startete mit Sonnenschein, allgemeiner Freude und glücklichen Gesichtern beim typisch französischen Frühstück in der Mije. Die MIJE, die Frau Hagen als Verantwortliche jedes Jahr als Unterkunft bucht, ist eine sehr gepflegte Jugendherberge im Marais-Viertel von Paris. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und strahlt einen wunderbaren Charme aus. Das Marais liegt im Herzen der Stadt Paris. Es bietet als Sehenswürdigkeiten das Centre-Pompidou, Einblicke in die dort ansässige traditionelle jüdische Kultur und einen der ältesten Plätze von Paris, der „Place des Vosges“.

Das schöne Wetter begleitete uns nach dem ersten Frühstück beim traditionellen Spaziergang entlang der Seine, durch die Straßen von Paris bis hin zu Notre-Dame, auf den Eiffelturm und mit dem Schiffchen über die Seine.
Zu aller Überraschung bekamen wir eine zusätzliche Begleitperson in Form von Markus, welcher uns zusammen mit Frau Hagen und Frau Kissel, mit seiner humorvollen Art stets gute Laune und in Erinnerung bleibende Momente bescherte.

In den folgenden Tagen besichtigten wir in Eigenerkundung, mit einer Rallye oder zusätzlichen Infos das Picasso-Museum, den Louvre, den Jardin de Tuiléries bis hin zum Place de la Concorde, dem Rodin Museum und Centre Pompidou. Im Picasso Museum erhielten wir Einblicke in das Leben des berühmten Künstlers in Form von Malerei, Fotografien, Zeichnungen und sogar Filmdokumentationen. Die Ausstellung, die die Beziehung zu Olga, seiner ersten Frau beleuchtete, zeigte vor allem sein Faible für diese schöne Frau und Tänzerin sowie das große Spektrum seiner Kunstäußerungen. Irgendwie war hier für jeden was dabei. Das Centre-Pompidou war spannend für diejenigen, die modernere Kunst ansprechend finden. Hier gab es nämlich eine tolle Ausstellung des englischen Künstlers David Hockney zu sehen, der zum einen durch seine Swimming-Pool Bilder „A bigger splash“ berühmt wurde, aber auch durch seine offen gelebte Homosexualität, die sich in seinem Werk zu Zeiten niederschlug, in denen Homosexualität noch als Straftat angesehen wurde. Die großformatigen Malereien von Hockney waren wirklich beeindruckend, endlich konnte man sie mal im Original und nicht nur über den Beamer im Kunstraum betrachten! Im Rodin Museum haben wir eine Gruppenrallye von Frau Kissel bekommen, die uns die großen und berühmten Werke von Rodin näher betrachten ließ. Wir zeichneten Details in unsere Skizzenbücher, notierten unsere Eindrücke von ausgewählten Werken wie z.B. „Der Kuss“ und „Der Denker“ und haben einen Gesamteindruck seines großen Werks bekommen.

Während der Zeit der Besichtigungen und Rundgänge sammelten wir Impressionen, Gemütsbewegungen und Apperzeptionen in Hülle und Fülle, denn auch wenn es mal in Strömen regnete, genossen wir die Schönheit und Vielfalt von Paris, hatten Spaß und konnten einfach wir selbst sein.

Eine solch wunderschöne Stadt ist nicht nur in der Eigenerkundung aufgrund ihrer Sehenswürdigkeiten interessant, sondern auch aufgrund der vielen verschiedenen Kulturen, Bräuche und Menschen. Diese erlebten wir vor allem an Abenden im Quartier Latin (dem Studentenviertel, wo es köstliches Eis in Rosenform gibt), bei einem nächtlichen Konzert vor Notre-Dame –Halleluja– und an unserem Abend an der Sacré-Coeur de Montmartre („Nicht vergessen, das Safeword ist Montmartre“).

Wir alle haben in diesen Tagen gelernt, dass trotz eines riesigen Chaos ́, eine wunderschöne Reise entstehen, und dass so ein bisschen abendliches Paris uns zu den glücklichsten Menschen machen kann. Solange wir nie vergessen, was für eine wunderschöne Aussicht die vielen kleinen Lichter von Paris uns gaben, werden wir nie verlernen, auf unser Herz zu hören, und so die wirklich bedeutsamen Momente des Lebens voller Glück und Freude genießen zu können. 

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13 Rheingauschüler als DFB-Junior-Coaches zertifiziert PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Timo Schweigert   
Dienstag, den 12. September 2017 um 16:41 Uhr

Junior-CoachVom 23. bis 29. Juni 2017 fand ein besonderes Trainingslager schon zum zweiten Mal statt: Im Rahmen der Zusammenarbeit der St. Ursula-Schule und der Rheingauschule hatten sich 25 fußballbegeisterte Jugendliche beider Schulen zu DFB-Junior-Coaches ausbilden lassen. Sie erhielten am ersten Schultag des neuen Schuljahres ihr Zertifikat als DFB-Junior-Fußball-Coach. Dieser ist als Einstieg in die lizenzierte Trainertätigkeit gedacht und stellt das erste von drei Modulen auf dem Weg zur C-Lizenz dar. Die direkte Ausbildung junger Trainer an Schulen bildet eine neue Säule innerhalb der DFB-Qualifizierungsoffensive. In unserer Kooperation gehören die Rheingauschule und die St. Ursula-Schule damit bundesweit zu fast 200 Schulen, an denen Jugendliche zu jungen Trainern ausgebildet werden.

Nach insgesamt 40 Übungsstunden darf die Schulgemeinde der RGS den 13 in Rheingauer Fußballvereinen als Spielerinnen und Spieler engagierten Junior-Coaches gratulieren: Luzia Fischer, Fabian Hannes, Celine Hermani, Colin Kahabka, Nick Kiegele, Nico-Jan Kopf, Sophie Kuchenbecker, Sebastian Kunz, Luzina Marks, Tobias Namli, Christoph Timon Stavridis, Sebastian Timo Szabo und Johanna Terfoort. 

Ein besonderer Dank geht an Lea Stettler, der Schulsozialarbeiterin der St. Ursula-Schule, für die kooperative Zusammenarbeit.

Mit sportlichen Grüßen

Timo Schweigert

P.S.: Auch im nächsten Jahr wird es eine kooperative DFB-Junior-Coach Ausbildung geben!

 
Impressionen vom Jakobsweg in Wort und Bild PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Schüler der E-Phase 2016/17   
Montag, den 11. September 2017 um 08:54 Uhr

Im Juni 2017 fuhren 20 Schülerinnen und Schüler aus der E-Phase der Rheingauschule unter der Leitung von Frau Sachs-Bockelmann nach Galicien, um gemeinsam auf dem Jakobsweg zu gehen, die autochthone Kultur kennen zu lernen und die spanische Sprache zu pflegen. Hier finden sich Ausschnitte aus den Reisetagebüchern der Teilnehmer sowie eine Vielzahl von Fotos, die einen Eindruck von dieser Fahrt vermitteln.santiago 17 03

1. Tag – Freitag, der 22.06.2017
Unsere Wanderung startete in Sarria, 113 km von Santiago de Compostela entfernt.

Ausgeruht und munter begann um 8:00 Uhr unser Morgen. Von dem Kloster aus, in dem wir die Nacht verbrachten, sind wir zu einem Dorfkaffee zum Frühstücken gelaufen. Mit Croissants und frischem Orangensaft wurden wir dort in Empfang genommen. Nach unserer morgendlichen Besprechung ging es dann endlich los. Unser Ziel war das 21,6 km entfernte Portomarin. Wir marschierten meist über steinige Wege, durch Felder oder auch viel durch Wald. Asphaltierte Strecken waren selten.

Wir starteten als gemeinsame Gruppe, fanden uns dann relativ schnell in kleineren Grüppchen wieder und haben auf diese Weise uns gegenseitig an unser Schritttempo angepasst. Ganz vorne und ganz hinten war jeweils ein Lehrer, damit auch niemand verloren geht. Wir haben immer nach einer gewissen Kilometeranzahl eine Pause gemacht und gemeinsam gepicknickt. Das Wetter war sehr schön an diesem Tag und sehr angenehm zum Laufen. Die Zeit verging schnell und wir hatten viel Zeit um uns gegenseitig kennenzulernen, ebenso haben wir auch immer wieder andere Leute auf dem Jakobsweg kennengelernt.

Eine Besonderheit war es, unterwegs in Bars oder Cafés Stempel für unseren Pilgerpass zu sammeln, damit wir am Ende des Weges eine Urkunde bekommen.

Der erste Tag war geschafft als wir um circa um 16:00 Uhr in Portomarin ankamen. Wir haben uns in der Herberge frisch gemacht und sind dann in einer kleinen Gruppe in das nahegelegene Schwimmbad gegangen. Dort konnten wir noch einmal die schöne Abendsonne genießen.

Zum Abendessen haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und haben uns auch die Kirche des Dorfes angeschaut. Mir persönlich hat das Dorf sehr gut gefallen. Nach dem Abendessen durften wir nochmal bis 22:00 Uhr draußen sein. In der Nacht war dort die Johannisnacht welche mit einem großen Feuer um Mitternacht gefeiert wurde. Leider konnten wir es nicht sehen, da unsere Herberge um die Uhrzeit schon geschlossen hatte. Dennoch hatten wir einen schönen Abend. Wir sind wieder in einer diesmal etwas größeren Gruppe durch den Ort und haben zusammen am Brunnen gesessen und Geschichten erzählt. Auch die Nacht war sehr angenehm und es war eine schöne Herberge.

Alles in allem war es ein sehr schöner erster Tag. (Jana Roth)


2.Tag
Am Samstag, unserem zweiten richtigen Tag in Spanien, lag mit 25 km die längste Strecke vor uns. Da viele vom Vortag noch erschöpft waren und sich auch schon die ersten Blasen gebildet hatten, fiel das Wandern, obwohl wir unser schweres Gepäck nicht tragen mussten, zuerst etwas schwer. Nach etwa der Hälfte der Strecke hatten wir einen Treffpunkt vereinbart, an dem wir einkehrten bis die ganze Gruppe wieder beisammen war, nachdem sich kleine Grüppchen über die Kilometer verteilt hatten und jeder in seinem Tempo lief. Mit neuer Energie ging es dann weiter bis nach Mélide, wo unsere Jugendherberge war. Nach der langen Wanderung waren alle froh, endlich angekommen zu sein. Den Abend sowie das Essen durften wir frei gestalten, also spielten wir noch gemeinsam Pantomime. Letztendlich war es zwar ein sehr anstrengender Tag für uns alle, aber dennoch ein sehr schöner, an dem die Gruppe langsam anfing zusammenzuwachsen. (Clara Freiding)

3. Tag, 25.06.2017 – Sonntag
Am dritten Tag wanderten wir 11 Km von Mélide nach Ribadiso. Morgens kauften wir noch Zutaten für das Essen ein, dann liefen wir los.

Als wir alle nacheinander ankamen legten wir uns alle an den Fluss und gingen baden. Dort hielten wir uns einige Zeit auf, bis wir einer nach dem anderen in die Herberge gingen.

In der Herberge spielten wir Gruppenspiele und einige kochten für die Gruppe. Danach teilte sich die Gruppe auf bis zur Bettruhe. Es war ein großer Schlafraum, in dem wir mit allen Pilgern schliefen. (Freya Steinmetz)

4. Tag – Von Ribadiso über Arzúa nach Pedrouzo
Der vierte Tag und somit auch der vorletzte Wandertag steht bevor. Unsere Beine haben sich langsam an den Schmerz gewöhnt und die ganze Truppe ist bereit 22km zu wandern. Doch zuerst haben alle Hunger und müssen sich an einem schönen Frühstück stärken. Wir wandern 3km in die nächste Ortschaft, Arzúa, um dort gemeinsam Spiegeleier und Orangensaft zu essen/trinken. Nach dem herzhaften Frühstück sind alle bereit den Rest der vierten Etappe zu laufen.

Wie immer wandern wir durch eine wunderschöne Naturlandschaft und kleinen Dörfer, mit freundlichen Bewohnern, die einen herzlich grüßen.

Nach 11km macht die Gruppe eine Pause um sich wieder mit seinem mitgebrachten lunch zu stärken. Doch ehe man sich versieht steht man wieder auf den Beinen und läuft den Camino entlang. Kurz vor unserer Herberge machen wir einen Halt und legen uns ins Gras um uns ein wenig auszuruhen. Wir genießen die friedliche Ruhe und müssen uns zwingen, die letzten drei Kilometer zu wandern. Der weite Weg hat sich gelohnt, da wir zur Belohnung in großen Appartements schlafen dürfen. Jeder hat sein eigenes Bett und es sind mehrere Zimmer mit eigenem Fernseher. Doch bevor wir schlafen gehen, möchten wir noch etwas zu Abend essen. In einem Restaurant essen wir ein sogenanntes „Pilgermenü“, ein einfaches Dreigänge-Menü für einen guten Preis. Mit unserem vollen Magen machen wir noch einen Verdauungsspaziergang und erkunden das kleine Örtchen.

Nach dem langen Tag ist dann jeder froh, wenn er in seinem gemütlichen Bettchen schlafen kann um sich für den morgigen Tag fit zu machen.


5. Tag - nach Santiago de Compostela - der letzte Tag der Wanderung:
Diesmal war das Aufstehen aus dem frisch gemachten Bett um einiges schwerer als an den anderen Tagen, da wir ja in der Pension übernachten durften. Allerdings konnten wir uns mit der Energie eines so guten Schlafes gut auf den letzten Abschnitt unserer Wanderung begeben.

Um 8 Uhr haben wir uns in einer Bar zum Frühstück getroffen, was an diesem Morgen meiner Meinung nach sehr gut war. Es gab dieses Mal Ei und andere leckere Sachen. Nach dem Frühstück haben wir uns mit unserer kompletten Wanderausrüstung an den Startpunkt des heutigen Abschnitts begeben und besprochen, wie es heute weitergeht. Als Treffpunkt wurde der Monte de Gozo ausgesucht. Er ist der Abschlusspunkt für alle Pilger und die Stelle, an der man die Last der Reise ablegt. Danach geht es nur noch runter in die Stadt, bis zur Kirche sind es dann noch ein bis zwei Kilometer.

Herr Immerheiser und ich bildeten diesmal die Spitze, doch nach einem Kilometer hatte ich das Gefühl, den letzten Weg allein gehen zu müssen. Aus diesem Grund habe ich die anderen schnell mal abgehängt und bin voraus gegangen. Die Strecke war dieses Mal besonders schön, ich konnte mir die Landschaft genau ansehen, habe das Laufen genossen und wurde im Vergleich zu den anderen Tagen auch nicht müde. Gegen Ende der Strecke wurde der Weg ein bisschen einseitig, da es die ganze Zeit nur geradeaus ging. Es strapazierte die Motivation und den Willen, es endlich hinter sich zu bringen. Am Ende erreichte ich dann Monte de Gozo und lief hoch zum Denkmal, um ein kleines Gebet für unsere Reisegruppe und meine besten Freunde in Deutschland zu sprechen. Nach dem Gebet setzte ich mich auf eine Bank und wartete. ...

Nach 1 Stunde und 10 Minuten waren schließlich alle angekommen und wir machten eine Mittagspause in der wir unseren Proviant teilten, sodass jeder etwas davon etwas abbekam. Als die ersten ankamen hat es angefangen zu regnen, zum ersten Mal während unserer Wanderung. Und wie es geregnet hat - „Halleluja!“. Nach einer schnellen Essenspause haben wir uns auf den Weg zur Kirche / zum Pilgerbüro gemacht, um unsere Urkunden abzuholen. Jeder hat eine bekommen außer ich, weil ich meinen Pass aus lauter Begeisterung für die Sandwiches in der Auslage in einer Bar hatte liegen lassen (ich habe später dann doch noch eine bekommen - „Glück gehabt“).

Danach haben wir uns alle auf den Weg zur Jugendherberge gemacht, in welcher wir die nächsten zwwei Nächte schlafen sollten. Auf den ersten Blick sah sie aus wie ein Mix aus altem Krankenhaus/Gefängnis und einer Burg, aber von innen war sie eigentlich nicht weniger schön als die anderen Herbergen, in denen wir übernachtet hatten. Alle haben sich nach und nach geduscht und schlafen gelegt, weil sie von der langen Reise erschöpft waren. Julian jedoch und ich wir waren neugierig und wollten die Stadt erkunden. Bei unserer Erkundungstour haben wir einen vielversprechenden Laden gesehen, in dem wir später essen gehen wollten. Aber vorerst haben wir erstmal unsere Orientierung verbessert und haben uns zurück zur Herberge begeben, in der alle noch geschlafen haben, obwohl wir uns in einer halben Stunde schon für den Pilgergottesdienst treffen wollten. Als dann alle unten waren, um zum Gottesdienst zu gehen, waren die meisten wieder wach und fit. Wir schlenderten durch die schönen kleinen Gassen Santiagos zur Kirche und setzten uns in die Kathedrale. Als man drinnen angefangen hatte, sich ein bisschen umzuschauen, hat man viele bekannte Gesichter von der Reise gesehen, und man hat finalmente realisiert: man hat es geschafft! Der Gottesdienst war beeindruckend und die Kirche war sehr schön, nur hat man sehr wenig verstanden, wegen des starken Akzents. Nach dem Gottesdienst sind dann meine Freunde und ich in den Burgerladen gegangen, den Julian und ich vorher ausgesucht hatten. Der Burger war ausgezeichnet und hat uns allen den Rest gegeben, jetzt hieß es nur noch ab ins Bett und Schlafen! (Maxim Seth)

Bericht zur gesamten Woche
Unsere Sprachreise begann am Donnerstag, den 22. Juni am Flughafen Frankfurt Hahn. Von dort startete unser Flieger nach Santiago, wo wir gegen halb 10 Uhr abends ankamen. Ziel unserer Reise war es, die letzten 100 km des Jakobwegs zu laufen, dabei mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, Spanisch zu sprechen und sich auszutauschen. Um diese 100 km zu gehen, wurden wir noch am ersten Abend nach Sarria, (unserem Startort) gefahren. Von dort führte unser Weg nach Portomarin und über Mélide, Rabadiso und Pedrouzo bis hin nach Santiago. Wir sind durchschnittlich 20 km pro Tag gelaufen.

Die Menschen, die diesen Weg wandern, haben die unterschiedlichsten Gründe dafür. Unsere Erwartungen und Wünsche an die fünf Tage waren auch sehr
unterschiedlich. Wenige Gründe waren religiös geprägt, viele wollten sich selbst etwas beweisen oder waren rein aus Interesse an etwas Neuem motiviert.

Dieser Weg erfordert viel Kraft. Das hat bereits nach einem Tag auch unsere Gruppe festgestellt. Mit dem Gepäck auf dem Rücken wanderten wir fast 22 km, was zu Muskelkater und einigen Druckstellen und Blasen führte. Die folgenden Tage bestand die Möglichkeit, das Gepäck für nur wenige Euro abzugeben, damit es zur nächsten Herberge transportiert wurde. Allerdings wurde diese Möglichkeit nur von wenigen beansprucht.

Unsere Unterkünfte waren von Tag zu Tag verschieden. Oft schliefen wir in Gemeinschaftsräumen die bis zu 40 Betten hatten. Nicht immer wurden Jungen und Mädchen getrennt. Noch seltener kam es vor, dass die Jungen oder Mädchen nochmal in kleinere Gruppen geteilt wurden. Mit dieser Erfahrung konnten wir das Leben echter Pilger besser kennenlernen.

Trotz des engen Zusammenlebens verlief die komplette Woche außerordentlich entspannt. Wir fanden uns schnell mit dem fehlenden Luxus ab und gaben uns mit einer funktionierenden, warmen Dusche und einem einfachen Bett zufrieden.

An dem Tag, an dem wir Santiago erreichten, waren wir alle sehr erschöpft, aber auch stolz auf uns. Wir hielten uns an den Händen und sangen ein Lied bei
unserem Einzug. Jeder von uns errichtete sein individuelles Ziel, erhielt seine ganz persönliche Pilgerurkunde und nahm viele Erfahrungen und Erinnerungen mit nach Hause. (Charlotte Ferrer-Gil) 

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Erklärvideos zur Bundestagswahl aus dem PoWi-GK der Q1 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jesse Nies   
Donnerstag, den 07. September 2017 um 13:17 Uhr

ErklärvideoIm PoWi-Unterricht der Q1 haben sich die Schülerinnen und Schüler kreativ mit der Bundestagswahl beschäftigt. Exemplarisch sind hier zwei Erklärfilme zum Download eingestellt, die Ihnen/ Euch zeigen, was Erst- und Zweitstimme sowie Überhang- und Ausgleichsmandate sind. Viel Spaß beim Anschauen!

link-iconHier geht es zu den Erklärvideos.

 
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