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Wir sind die Rheingauschule

„Zufällig genial?“ – Definitiv an der RGS!

„Zufällig genial?“ – Definitiv an der Rheingauschule!

Auch 2022 gibt es wieder Grund zur Freude über die Erfolge beim Wettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“

Unter dem Motto „Zufällig genial?“ fand am Samstag, den 19. Februar 2022 der bereits zum zweiten Mal vollständig digital ausgerichtete Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ für den Bereich Hessen-West statt. Und wie bereits in den Jahren zuvor, gelang es auch in diesem Jahr den Schülerinnen und Schülern der Rheingauschule, mit ihren Projekten höchst erfolgreich abzuschneiden.

Insgesamt 65 Jungforscherinnen und Jungforscher gingen an diesem besonderen Tag mit insgesamt 33 Projekten in sieben Fächern an den Start, davon entfielen 17 Projekte auf die Altersklasse „Schüler experimentieren“ (bis einschließlich 14 Jahre). Unter diesen befanden sich auch alle sieben Projekte der zwischen 10 und 14 Jahre alten Schülerinnen und Schüler der Rheingauschule.

Amelies und Asyas Pflanzenfarben
Ein Stück von Levis und Maximilians Graspapier
Versuchsaufbau zum Test von umweltfreundlichen Waschmitteln von Fernando und Leonard
Steingartenmodell von Audrey Mimi und Mira
Startfolie des Livestreams der Siegerehrung
Start der Siegerehrung

Koordiniert wurde der Ablauf vom Patenunternehmen des Regionalwettbewerbs, der InfraServ Wiesbaden und von der Wettbewerbsleiterin, Frau Sabine Pschorner, die am Ende des Tages ihr Ausscheiden aus dem Amt verkündete, um sich wieder mehr der Projektbetreuung widmen zu können.

An der Rheingauschule begann dieser Tag recht früh für ein Wochenende. Um den Wettbewerb trotz Corona gemeinsam zu erleben und sich gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren, trafen sich gegen 7:45 Uhr (normaler Schulbeginn) die vier Projektbetreuenden (Frau May, Frau Kramb, Frau Schopper und Herr Dr. Bremer) mit den Schülerinnen und Schülern zum gemeinsamen Schnelltesten und zum Technikcheck. Die Projektpräsentationen mit Power-Point, Plakaten, Stellwänden und Exponaten waren schon in den Tagen zuvor aufgebaut und hergerichtet worden.

Gegen 8:30 Uhr erfolgte die Begrüßung durch das Patenunternehmen und die Wettbewerbsleitung via Livestream aus Wiesbaden. Danach ging es ab 9:00 Uhr in die Online-Jurygespräche mit den Fachjurys aus Studierenden, Lehrkräften und Hochschullehrkräften sowie Vertreter*innen von Unternehmen. Die Aufregung bei den überwiegend noch sehr jungen Schülerinnen und Schüler war selbstverständlich groß, zumal 12 der 14 Teilnehmenden zum ersten Mal bei „Schüler experimentieren“ mitmachten. Das letzte Interview endete für die Rheingauschüler*innen um 11:15 Uhr. Danach wurde die erste Hälfte des Tages mit einem gemeinsamen Pizzaessen unter Beachtung strenger Abstands- und Hygieneregeln beschlossen.

Von 14:30 bis 16:00 Uhr konnten sich alle Interessierten, auch die Presse und die Eltern in ein digitales Meeting zur Projektvorstellung von zuhause aus einwählen. Nach anfänglicher Schüchternheit kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Forum miteinander über ihre Projekte ins Gespräch. Dabei ergaben sich spannenden Einblicke in die Arbeit der anderen.

Schließlich fand dann, nach einer wohlverdienten Pause, von 18:00 bis 19:30 Uhr die feierliche Preisverleihung via Livestream statt. Hier wurden zuerst einige Teilnehmerurkunden und dann die Preise in den Sparten „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ vergeben.

Alea und Sophie
Amelie und Asya
Fernando und Maximilian
Levi und Leonard
Luan Finix-App
Mira und Audrey und Mimi
Nele und Hannah

Einen 3. Platz im Fach Arbeitswelt belegten Nele Korn (11) und Hannah Lucia Potzner (12) mit ihrem Projekt „Regenwasser intelligent nutzen – Das grüne Haus/ Die grüne Schule“. Nele und Hannah beschäftigte angesichts der zunehmenden Überflutungen und der Bodenverdichtung und -versiegelung der Gedanke, wie man Regenwasser vor allem in Städten besser auffangen und sogar noch sinnvoll nutzen könnte. Die Lösung liegt für sie unter anderem in extensiver Dachbegrünung („Dachgarten“) und in darunterliegenden durchgehenden Fensterbänken, die das überschüssige Wasser vom Dach über ein Leitungssystem zur Bewässerung verbrauchen könnten. Sie konnten in ihren Experimenten darstellen, dass das Regenwasser wirklich vom Dachgarten aufgefangen wird und das überschüssige Wasser sauber genug zum Gießen von Blühpflanzen und/ oder Gemüse sein könnte.

Einen weiteren 3. Platz gewann das Mädchentrio Audrey Violan Kurr (11), Mira Magdalena Potzner (12) und Mimi-Sue Klunck (13) mit ihrem Projekt „Umweltproblem Steingarten?!“ im Fach Geo- und Raumwissenschaften. Vor dem Hintergrund zahlreicher Verbote von Schottergärten in Kommunen und Ländern untersuchten die Mädchen auf einem Versuchsstück im Schulgarten der Rheingauschule, ob die für Schottergärten üblichen, schweren Steine im Vergleich mit beispielsweise viel leichteren Rheinmuscheln einen Einfluss auf den Boden darunter haben. Sie konnten feststellen, dass die Anzahl der Regenwürmer unter den Steinen ebenso zurückging wie deren Vitalität. Das Argument, einen Schottergarten einzurichten, weil dieser nicht so pflegeleicht ist, konnten sie angesichts des fallenden Herbstlaubes nicht nachvollziehen. Dagegen erwiesen sich die Muscheln als mögliche Alternative, da sie in den Versuchen nicht so schwer auf dem Boden lasteten und auch das Wasser besser versickern konnte. Audrey war bereits im letzten Jahr mit ihrem Projekt zur katzenfreundlichen Heizung erfolgreich gewesen.

Den 2. Platz im Fach Arbeitswelt gewannen Amelie Schopper (11) und Asya Eslican (11) mit ihrem Projekt „Dufte Stifte – Malen mit Pflanzenfarben“. Die 5.-Klässlerinnen hatten sich im Vorfeld ihrer Arbeit oft über leere Filzstifte und den damit verbundenen Plastikmüll geärgert und sich gefragt, ob es im Sinne von Nachhaltigkeit nicht möglich wäre, aus den Pflanzenfarbstoffen von Rote Beete, Heidelbeeren, Walnussschalen, Himbeeren, Bananenschalen, Rotkohlsaft, Kurkuma und Spinat Farbe herzustellen, die man in nachfüllbare Stifte füllen kann. Mit Rotkohlsaft (rot) experimentierten sie dann auch im Hinblick auf die Herstellung von „Zaubertinte“, die durch Zugabe von Zitronensaft (zu pink) oder Natron (zu cyan) die Farbe wechselte. Die Mädchen waren außerdem dahingehend erfolgreich, dass es ihnen gelang, die Tinten u.a. mit Lavendelöl haltbar und wohlriechend zu machen. Die Tatsache, dass die Tinten aus „Küchenabfällen“ hergestellt werden können, macht ihre Idee zusätzlich attraktiv, weil nachhaltig und kostengünstig.

Im Anschluss an die Vergabe aller zweiten Plätze gewann Luan Nicolas Ludwig (13) mit seinem Projekt „FINIX – Die Klassenzimmerfinde-App“ einen sensationellen 1. Platz im Fach Mathematik/Informatik. Luan hatte sich in den ersten Wochen an der Rheingauschule wie viele neue Schülerinnen und Schüler und auch viele Erwachsene wegen einer etwas ungewöhnlichen Raumnummerierung in den drei Gebäudeteilen der Schule nicht leicht zurechtgefunden und war dadurch auf die Idee gekommen, eine „Klassenzimmerfinde-App“ zu erstellen. Durch eine Internetrecherche stieß der 6.-Klässler auf einen App-Builder, der es ihm ermöglichte, mit Hilfe von selbstgedrehten und geschnittenen Videos und QR-Codes als Ausgangspunkten eine visuelle Indoor-Navigation einzurichten. Darüber hinaus können über seine App auch Infos über die Rheingauschule und ein Lageplan abgerufen sowie Probleme an den Administrator gemeldet werden. Luan wird sein Projekt auf dem Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ in Kassel am 01./02. April 2022 vorstellen dürfen.

Die nächsten Preisträger eines 1. Platzes waren Levi Raupach (11) und Leonard Peter Hahn (10) mit ihrem Projekt „Flower Power aus Graspapier“, dass sie im Bereich Arbeitswelt angemeldet hatten. Auch Levi und den jüngsten Teilnehmer, Leonard, motivierte das Thema Nachhaltigkeit und Müllvermeidung. Den beiden war aufgefallen, wie viel Papier jeden Tag in der Schule entsorgt wird und das hatte sie zu der Frage geführt, ob es zum Papier aus Holz nicht eine kostengünstigere beschreibbare Alternative geben könnte. Für ihre Papierherstellung kam ihnen das „Abfallprodukt Nr. 1“ aus dem Garten in den Sinn: Gras. Levi und Leonard gelang es nach zahlreichen Versuchen mit dem Stabmixer und dem Mörser, einer Schere, ein paar Wickelunterlagen und Fliegendraht, Papier aus Gras zu schöpfen und es mit Blumensamen zu bestücken, um zu testen, ob diese nach einem Beschreiben auch noch wachsen können. Sie erhielten für ihr Projekt außerdem einen Sonderpreis und fahren auch zum Landeswettbewerb nach Kassel.

Der nächste 1. Platz ging im Fach Chemie an das Jungforscherteam Fernando Reibe (11) und Maximilian Ploch (11) für ihr Projekt „Natürlich Weiß: Ungiftiges Waschmittel“. Fernando und Maximilian erforschten die Herstellung von umweltfreundlichen Waschmittelalternativen aus Alltagschemikalien. In mehreren Versuchsreihen untersuchten sie verdreckte weiße und bunte Wäsche und nahmen dabei vor allem die Bleichwirkung von Milch in den Blick. Sie stellten fest, dass diese bei fettarmer und frischer Milch am besten gegeben ist. Ihre Hoffnung war, dass mit einem umweltfreundlichen und ungiftigen Waschmittel schwere Haushaltsunfälle mit Kindern und aggressiven Waschmitteln ebenso reduziert/ verhindert werden können wie die Verunreinigung von Gewässern. Auch Maximilian und Fernando nehmen mit ihrem Projekt, das zusätzlich den Sonderpreis Umwelttechnik verliehen bekam, am Landeswettbewerb in Kassel teil.

Den 1. Platz im Fach Technik und den Sonderpreis Energiewende verlieh die Jury Alea Sophie Börner (14) und Sophie Anna Michel (14) für ihr Projekt „Das Windauto“. Auch Alea und Sophie, die schon im letzten Jahr teilgenommen hatte, beschäftigte der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit. Ihre Idee war es, ein Elektroauto mit Windenergie anzutreiben. Dazu bastelten sie eine kleine Windturbine auf einem stabilen und mobilen Fundament und untersuchten in Freilandversuchen, ob es theoretisch möglich wäre, die Batterien von Elektroautos mit den Windverhältnissen in Geisenheim (auf dem Lehrerparkplatz und vor der Schule) aufzuladen. Sie fanden heraus, dass die Energie immerhin für eine Niedrigvoltbatterie, wenn auch nicht für eine Autobatterie lohnt. Mit Alea und Sophie ist das Team der Rheingauschule für den Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ in Kassel im Documenta-Jahr 2022 vollständig.

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