school and education

Der Geist des Rheingaus

Gedenkstättenfahrt Weimar

Weimar – Kultur, Geschichte und Gemeinschaft

Eine Woche vor den Sommerferien ging es für einige Schülerinnen und Schülern aus der Q-Phase für mehrere Tage nach Weimar. Die Fahrt war freiwillig, genauso wie viele der Programmpunkte, wodurch von Anfang an eine offene und interessierte Atmosphäre entstand. Untergebracht waren wir in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar. Ich selbst hatte vor der Fahrt vor allem eine klassische Bildungsfahrt mit viel Kultur und Geschichte erwartet. Dass daraus gleichzeitig so eine gemeinschaftliche und abwechslungsreiche Zeit entstehen würde, hatte ich so nicht erwartet.

Schon unser erster Weg durch Weimar hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir liefen durch den großen idyllischen Park und kleinen Wege der Stadt und kamen schließlich am Marktplatz an, der für uns im Laufe der Fahrt zu einem wichtigen Treffpunkt wurde. Besonders bei dem guten Wetter konnte man dort die ruhige Atmosphäre der Stadt genießen und gleichzeitig fiel auf, wie viel Geschichte und Kultur sich auf relativ kleinem Raum befindet. Historische Gebäude, Kirchen, kleine Gassen und moderne Cafés lagen direkt nebeneinander. Dadurch wirkte Weimar nicht wie eine Stadt, die nur von ihrer Vergangenheit lebt, sondern wie ein Ort, an dem Geschichte und heutiger Alltag ganz selbstverständlich zusammengehören.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Fahrt war natürlich die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte. Besonders der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald war für uns sehr prägend. Als wir durch das Eingangstor auf das große Gelände blickten, auf dem heute teilweise kaum noch etwas steht, entstand sofort eine bedrückende Atmosphäre. Im Museum konnten wir durch Modelle, Gedenktafeln und persönliche Berichte einen sehr direkten Einblick in die damaligen Geschehnisse bekommen. Besonders die Berichte der Zeitzeugen, die wir über Kopfhörer hören konnten, machten die Geschichte sehr persönlich und greifbar.

Des Weiteren hat der Besuch von Topf & Söhne in Erfurt der Gruppe eine neue Perspektive auf die damaligen Verbrechen gegeben. Besonders interessant fand ich dabei, dass nicht nur die Ereignisse selbst betrachtet wurden, sondern auch der Alltag und die Entscheidungen der Menschen, die damals daran beteiligt waren. Dadurch wurde die Verbindung zwischen Vergangenheit und unserem heutigen Leben deutlich. Es hat zum Nachdenken darüber angeregt, wie Menschen in solchen Situationen handelten und welche Möglichkeiten sich damals ergaben.

Neben diesen ernsten und wichtigen Themen hatten wir aber auch viel Zeit, die Stadt selbstständig kennenzulernen. In Erfurt konnten wir die Altstadt erkunden, während wir in Weimar unter anderem die Stadtbibliothek und weitere kulturelle Orte besuchten. Bei den hohen Temperaturen war auch ein gemeinsamer Besuch im Freibad eine passende Abwechslung. Gerade solche Momente haben dazu beigetragen, dass wir nicht nur Sehenswürdigkeiten und Denkmäler gesehen, sondern auch einen Eindruck vom normalen Alltagsleben in Weimar bekommen haben.

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